Bernsteinzimmer

Bildquelle: Zeitschrift super-illu
Die Geschichte des Bernsteinzimmers
Im Jahre 1752 wurde der Baumeister
Bartolomeo Francesco Rastrelli, der schon damals durch seine Bauwerke
in Moskau und St. Petersburg sehr bekannt war, durch Zarin Katharina II - Die
Große, beauftragt,
das Schloss von Zarskoje Selo umzubauen. Im Zuge dieser Baumaßnahmen wurde auch
das Bernsteinzimmer gestaltet.
Zu den imposantesten Räumen gehörte das Bernsteinzimmer, dessen Wände mit
Mosaiktafeln aus Bernstein geschmückt
waren. Diese Tafeln wurden 1709 in Preußen nach einem Entwurf von Andreas
Schlüter angefertigt und waren für
das Charlottenburger Schloss in Berlin bestimmt.
1717 machte der preußische König
Friedrich Wilhelm I. diese Tafeln Zar Peter I. zum Geschenk. In St. Petersburg
schmückten sie eine Zeitlang ein Zimmer im Winterpalast. Im Jahre 1755 trugen
Soldaten die Tafeln auf Händen
von Petersburg nach Zarskoje Selo. Doch für die Wandverkleidung des
vorbereiteten Raumes erwiesen sie sich als
zu klein. Da fand Rastrelli einen glänzenden Ausweg. Er stellte zwischen
den Bernsteintafeln 24 schmale Spiegel
in geschnitzten Rahmen auf, bespannte den oberen Teil der Wände mit Leinwand mit
einer Bernstein imitierenden
Bemalung und ordnete darauf Schnitzwerk und Amorettenfiguren mit Vasen an.
Die künstlerische Wirkung des Bernsteinzimmers wurde nicht nur durch die
geschickt gewählten
zitronengelben, gelbgrünen, braunen und kirschroten Schattierungen des
Bernsteins erzeugt,
sondern auch durch die Kombination der polierten Oberflächen der Tafeln mit
schmückenden Reliefs
in Form verschiedenartiger plastischer Details aus Bernstein, wie kleine
Köpfchen, Muscheln,
Blumen und Rahmen, in die Rastrelli fünf Mosaikbilder aus verschiedenfarbigem
Jaspis,
Allegorien der fünf Sinne des Menschen, einbezog.
Den Dekor des Saales vervollständigten das von dem venezianischen Maler
Francesco Fontebasso
ausgeführte Deckengemälde "Weisheit" und ein Mosaikparkett.
Quelle des Textes: WIEDERERSTANDEN AUS
RUINEN - PETRODWOREZ, PUSCHKIN, PAWLOWSK
Valeria Belanina - aus dem Russischen übertragen von Gertrud Chwostowa
© AURORA-VERLAG, St. Petersburg - 1990

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